Die Tribüne bebte, die Gastgeber feierten jeden Treffer, und auf der Anzeigetafel leuchtete nach einer Viertelstunde ein 12:7 für den HSV Wuppertal. Beim ersten Auswärtsspiel der Saison erlebten die Wülfrather zunächst einen ungemütlichen Abend. Am Ende nahmen sie trotzdem beide Punkte mit und gewannen mit 41:38 ein Spiel, das vor allem eines lieferte: Tore am Fließband.
Beide Teams gingen mit breiter Brust in die Partie, denn beide hatten ihren Saisonauftakt gewonnen. Wuppertal erwischte den deutlich besseren Start. Die Gastgeber nutzten ihre Chancen im Angriff eiskalt, packten in der Deckung hart zu und rissen mit ihrer Energie auf dem Feld auch die eigenen Fans mit. Wülfrath brauchte eine Weile, um ins Spiel zu finden, kämpfte sich dann aber Stück für Stück zurück. Zur Pause stand es 19:19.
Nach dem Seitenwechsel ging es im gleichen Stil weiter: vorne hui, hinten pfui. Vor allem die Rückraumspieler Jovan Jankovic und Dominik Ballauf bekam die Wülfrather Abwehr nicht in den Griff. Die beiden Wuppertaler suchten immer wieder den Abschluss, trafen hochprozentig und kamen zusammen auf 19 Tore: Jankovic elfmal, Ballauf achtmal.
Auf der Gegenseite zündete die Wülfrather Flügelzange mit Leon Bayer und Justus Klement, die gemeinsam auf 15 Treffer und sehr gute Quoten kamen. Simon Klaus steuerte 16 Treffer bei, verwandelte alle sechs Siebenmeter und traf zehnmal aus dem Feld. Weil Wülfrath nach dem Seitenwechsel nahezu jeden Angriff mit einem Tor abschloss und nur noch wenige Fehler machte, setzte sich die Mannschaft Stück für Stück ab. Dazu fand Emil Olbertz im Tor in der zweiten Halbzeit immer besser ins Spiel und hielt einige wichtige Bälle. So brachte Wülfrath den Sieg am Ende halbwegs ungefährdet über die Zeit und steht nun bei 4:0 Punkten.
Zufrieden kann die Mannschaft von Denis Brüne mit ihrer Leistung insgesamt trotzdem nicht sein. Wer 38 Gegentore kassiert, gewinnt in der Verbandsliga nur selten, denn nicht in jedem Spiel wird die Offensive genug Tore werfen, um diese Defensivleistung auszugleichen. In der kommenden Trainingswoche wird deshalb vor allem die Abwehr im Fokus stehen.
Es spielten:
Olbertz, Jeck, Mitsakos (2), Klement (7), Dupre (2), Baier (8), Haake, Scheffler (3), Klaus (16,6/6), Kammann, Oppermann (3)