Die Zweitvertretung des TB Wülfrath gewinnt zum Verbandsliga-Auftakt mit 34:31 gegen den Lüttringhauser TV, lässt aber noch Luft nach oben.
Sechs Minuten sind gespielt, als Denis Brüne die grüne Karte auf den Tisch legt. Das erste Timeout der Saison kommt früh, und es kommt nicht unbegründet: Seine Mannschaft verliert zu viele Bälle, schließt unkonzentriert ab und findet nicht den Rhythmus, den sie in der Vorbereitung oft gezeigt hat. Am Ende steht trotzdem ein Sieg. Der TB Wülfrath II schlägt den Lüttringhauser TV zum Saisonauftakt mit 34:31 (18:16) und startet mit einem Heimsieg in die Saison 2026/27.
Mit Lüttringhausen wartete gleich zu Beginn ein unangenehmer Gegner. Der Aufsteiger war mit 38:2 Punkten durch die Bezirksoberliga marschiert und gilt als körperlich starkes Team. Erst nach einer Viertelstunde brachte Philipp Wöhler den TBW zum 8:7 erstmals in Führung. Danach fand die Mannschaft immer besser ins Spiel. Im Angriff lief der Ball flüssiger, die Rückraumspieler erarbeiteten sich klare Wurfchancen. In der Abwehr agierte Wülfrath dagegen zu nachlässig. Beim Gast strahlte vor allem der Halblinke Nick Kappenstein Gefahr aus, ihn bekam der TBW kaum in den Griff. Mit einem Zwei-Tore-Vorsprung ging es in die Kabine.
Für die zweite Hälfte nahm sich die Mannschaft vor, entschlossener zu verteidigen und Kappenstein wenn möglich zu doppeln. Das zahlte sich aus. Ab der 38. Minute spielte Wülfrath seine beste Phase: Die Abwehr stand kompakter, über schnelles Umschaltspiel und gute Abschlüsse zog der TBW von 24:22 auf 30:22 davon.
Die Partie schien entschieden, doch die Gastgeber machten es sich selbst schwer. Unnötige Ballverluste und ebenso unnötige Zeitstrafen ließen Lüttringhausen noch einmal auf drei Treffer heranrücken. In der Schlussphase behielt der TBW aber die Ruhe, spielte die Angriffe souverän aus und rettete den Vorsprung ins Ziel.
Bester Werfer auf dem Feld war Simon Klaus, der zwölfmal traf, davon drei Siebenmeter. Cedric Dupré steuerte sechs Tore bei, Leon Baier vier. Auf Lüttringhauser Seite kam Kappenstein ebenfalls auf zwölf Treffer und unterstrich, warum er der gefährlichste Mann des Aufsteigers war.
„Wir sind schwer reingekommen und haben uns in der ersten Halbzeit zu viele einfache Fehler geleistet”, bilanzierte Brüne nach der Partie. „Nach der Pause haben wir die Abwehr besser organisiert und uns mit unserem Tempospiel absetzen können. Dass wir es hinten raus durch Zeitstrafen und Ballverluste noch einmal spannend machen, darf uns nicht passieren. Aber zum Saisonstart nehmen wir die zwei Punkte gerne mit.”
Unterm Strich steht ein verdienter Sieg mit guten Ansätzen und einigen Baustellen. Dabei musste Wülfrath auf wichtige Kräfte verzichten: Kreisläufer Julian Oppermann, Rückraumspieler Max Zador und Rechtsaußen Lars Haake fehlten, das machte sich deutlich bemerkbar. Alle drei kehren beim zweiten Saisonspiel in Wuppertal aller Voraussicht nach in den Kader zurück.
Es spielten:
Olbertz, Fagin (3), Strobel J., Strobel T., Mitsakos (1), Wöhler (2), Höfer, Klement (2), Jeck, Dupre (6), Baier (4), Scheffler (2), Klaus (12), Kammann (2)