Torspektakel in der MTC Arena – TB Wülfrath unterliegt Recklinghausen trotz starker Moral

Ein mitreißendes, hochintensives Spitzenspiel mit insgesamt 77 Treffern sahen die Zuschauer am Samstagabend in der Wülfrather MTC Arena. Am Ende mussten sich die Handballerinnen des TB Wülfrath dem Vizemeister PSV Recklinghausen in einer torreichen Begegnung mit 37:40 (19:24) geschlagen geben. Trotz der ersten Saisonniederlage belohnte das Heimpublikum den unermüdlichen Einsatz der Wülfratherinnen nach dem Schlusspfiff mit langanhaltendem Applaus.

Der TBW erwischte den besseren Start in die Partie: Jule Kürten erzielte die Führung, und nachdem PSV-Rückraumspielerin Lara Janz einen Siebenmeter neben das Tor setzte, erhöhte Nele Eckert in der 3. Minute auf 2:0. Doch die Gäste zeigten postwendend ihre Klasse im Umschaltspiel und glichen nur knapp eine Minute später zum 2:2 aus. In der Folge entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit extrem hohem Tempo, bei dem sich zunächst kein Team absetzen konnte (9:10, 14.).

Mitte der ersten Halbzeit bestraften die Gäste dann eine kurze Schwächephase der Hausherrinnen eiskalt: Ein paar technische Fehler und nicht genutzte Einladungen im Angriff nutzte der PSV, um sich erstmals auf drei Tore abzusetzen (11:14, 19.). Die Trefferquote des Gegners blieb hoch, sodass Wülfrath beim 13:18 (22.) erstmals mit fünf Toren in Rückstand geriet – eine Hypothek, die bis zum 19:24-Pausenstand Bestand hatte.

„Unser Ziel war es, mit der ‚Leihgestern-Aggressivität‘ Recklinghausen herauszufordern. Der Wille war da, aber es mangelte an der Umsetzung beziehungsweise an der Leistungsstärke von Mariel Wulf und Lara Janz, die auch in der Lage waren, von 10 bis 11 Metern erfolgreich zu sein“, fasste Co-Trainer Jörg Büngeler die defensiven Probleme gegen den wurfgewaltigen PSV-Rückraum zusammen.

Für den zweiten Durchgang nahm sich das Team von Jan Artmann und Jörg Büngeler vor, die Angreiferinnen noch früher und höher zu bekämpfen. Direkt in der ersten Abwehraktion gelang dies, woraufhin Leonie Fagin auf 20:24 verkürzte. Recklinghausen fand jedoch immer wieder eine passende Antwort. Dennoch gab sich der TBW zu keinem Zeitpunkt auf: In der 42. Minute erkämpften sich die Gastgeberinnen beim 27:30 wieder den Drei-Tore-Anschluss und schnupperten mehrfach am Minus-Zwei.

Die endgültige Vorentscheidung fiel kurz vor Schluss, als der PSV mit drei Treffern in Folge durch Mariel Wulf (2) und Schmidhuber auf 32:39 (56.) davonzog. Dass der TBW den Rückstand in den verbleibenden Minuten noch auf 37:40 verkürzen konnte, unterstrich die Einstellung der Truppe.

„Wir haben alles in dieses Spiel reingeworfen und bis zum Schluss gekämpft. Es hat – verdientermaßen – nicht ganz gereicht, allerdings mussten wir uns auch einem heute sehr starken PSV beugen“, bilanzierte Büngeler nach der Partie.

Personell musste der TBW neben der weiterhin an den Bändern verletzten Nele Wagener kurzfristig auch auf Tabea Schulte verzichten. Überragende Werferinnen auf Wülfrather Seite waren Jule Kürten mit 11 Treffern sowie Ex-Recklinghäuserin Leonie Fagin mit 8 Toren.

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