Was für ein Einstand in die neue Spielzeit! Die Handballerinnen des TB Wülfrath haben ihre Auftakthürde in der 3. Liga mit Bravour gemeistert und bei der TSG Leihgestern einen überraschend deutlichen 34:23 (18:13)-Auswärtserfolg eingefahren. Vor einer stimmungsvollen und gut besuchten Kulisse in Linden-Leihgestern zeigte die Mannschaft von Jan Artmann und Jörg Büngeler eine von A bis Z überzeugende Leistung.
Die Erleichterung und Freude nach dem Schlusspfiff war dem Wülfrather Lager deutlich anzumerken. „Vor dem ersten Spiel ist der eigene Leistungsstand immer extrem schlecht im Verhältnis zur Liga einzuschätzen. Dass so ein deutlicher Auswärtssieg dabei herausspringt, war doch sehr überraschend“, ordnete Co-Trainer Jörg Büngeler den Traumstart nach der verkürzten Hallenvorbereitung ein.
Beide Teams starteten ohne große Auftaktnervosität und mit hoher Effektivität im Angriff. Bis zum 3:3 nach vier Minuten legte der TBW vor, ehe die Gastgeberinnen das Heft kurzzeitig in die Hand nahmen. Weil die Wülfrather Abschlussquote sank, zog Leihgestern auf 7:4 (10.) davon.
Doch die Gäste fingen sich schnell: Die TBW-Deckung agierte fortan aggressiver, verteidigte höher und half glänzend aus. Die Belohnung war ein 4:0-Lauf zur ersten Wülfrather Führung (8:7, 14.). Nach dem 8:8-Ausgleich übernahm der TBW endgültig die Kontrolle. Eine bombensichere Abwehr und eine glänzend aufgelegte Melanie „Schindi“ Schindowski im Tor vernagelten das Gehäuse für über fünf Minuten. Ein 6:0-Lauf schraubte den Stand auf 14:8 (19.). Kurz vor der Pause holte Sina Meyer noch einen Siebenmeter heraus, den Jule Kürten souverän zum 18:13-Halbzeitstand verwandelte. Kürten zeigte sich vom Punkt makellos und verwandelte alle ihre sechs Strafwürfe.
Im zweiten Durchgang versuchte die TSG Leihgestern alles, fand aber schlicht kein Mittel gegen entfesselte Wülfratherinnen. Nach knapp sieben Minuten in Halbzeit zwei (15:22) zog TSG-Trainerin Jonna Jensen bereits die nächste Auszeit. Doch weder eine Umstellung auf eine 5:1-Deckung noch die kurze Deckung gegen Wülfraths Neuzugang Leonie Fagin brachten den TBW aus dem Konzept.
Fagin erlebte ein Einstandsdebüt nach Maß und war in der zweiten Hälfte von der Leihgesterner Abwehr nicht mehr zu stoppen. „Leonie Fagin bot einen genialen Einstand für den TB mit 12 Toren – 8 allein in der zweiten Halbzeit“, schwärmte Büngeler nach der Partie. Über 25:18 (52.) baute der TBW den Vorsprung in den Schlussminuten kontinuierlich auf den 34:23-Endstand aus.
„Die Mannschaft überzeugte mit einer fantastischen Abwehr, schnellen Umschaltmomenten und guten Lösungen im Angriff. Mit dieser Leistung freuen wir uns zur Heim-Saisoneröffnung am nächsten Wochenende auf den PSV Recklinghausen“, blickt Büngeler bereits voller Vorfreude auf das anstehende Heimspiel in der Fliethe.