Wenn am Samstagabend um 17:00 Uhr die Lichter im Mettmanner „Herrenhaus“ angehen, zählt in der Region nur noch eins: Handball-Leidenschaft pur. Es ist nicht irgendein Spiel, es ist das Duell der Nachbarn, das Aufeinandertreffen der Tabellennachbarn und für beide Teams schlichtweg das „Derby aller Derbys“.
Für TBW-Coach Leszek Hoft schwingt an diesem Spieltag eine gehörige Portion Wehmut mit, denn es ist sein letztes Derby an der Seitenlinie der Wülfrather. Doch wer den erfahrenen Taktiker kennt, weiß, dass Sentimentalitäten erst nach dem Abpfiff Platz haben. Die Marschroute ist unmissverständlich:
„Wir fahren nach Mettmann, um zu gewinnen“, macht Hoft vor dem emotionalen Showdown deutlich.
Nach einer Hinspielniederlage, die in Wülfrath noch immer wie ein Stachel im Fleisch sitzt, brennen die Gäste auf Wiedergutmachung. Als Tabellenfünfter gegen den Vierten geht es zudem um das prestigeträchtige Recht, sich in der Endabrechnung vor dem Rivalen zu platzieren.
In taktischer Hinsicht erwartet die Zuschauer ein interessantes Schachspiel. Während die Hausherren aus Mettmann ihre Angriffe meist mit großer Geduld ausspielen, setzt Wülfrath auf Tempo aus einer stabilen Deckung heraus. Hoft sieht genau hier den Schlüssel zum Erfolg und erklärt, dass es bereits die halbe Miete sei, wenn man hinten wieder stabil stehe und sich über Ballgewinne einfache Tore erarbeite. Angesichts der statistischen Stärke beider Hintermannschaften könnte am Ende die Mannschaft triumphieren, die in der Hitze des Derbys die kühleren Nerven bewahrt.
Allerdings muss der TBW im Rückraum improvisieren, da Spielmacher Timo Schmitz aufgrund einer Knöchelverletzung sicher ausfällt und auch hinter dem Einsatz von Rouven Jahn noch ein Fragezeichen steht. In die Bresche springen sollen nun Akteure wie Yannik Nitzschmann oder Jonas Vonnahme. Trotz der personellen Sorgen ist die Vorfreude im Lager der Gäste ungebrochen, denn der Coach lässt keinen Zweifel an der Einstellung seiner Truppe aufkommen und betont, dass jeder, den man aufbiete, absolut auf dieses Spiel brenne.
Aufgrund der erfahrungsgemäß sehr schwierigen Parksituation rund um das Mettmanner Herrenhaus wird allen Zuschauern dringend eine frühzeitige Anreise empfohlen.