Nach 60 intensiven und körperbetonten Minuten stand die TB Wülfrath Damenmannschaft am Wochenende trotz großem Einsatz mit leeren Händen da. Gegen die abstiegsbedrohte HSG Rodgau musste das Team von Trainer Jörg Büngeler eine bittere 20:23-Heimniederlage hinnehmen.
„Das war nix“, fasste Büngeler die Partie ernüchtert zusammen. „Unser Ziel war, das Spiel zu gewinnen und den Platz im Mittelfeld zu festigen. Leider haben wir das heute nicht auf die Platte gebracht.“
Wie schon in den vergangenen Wochen stand die Abwehrarbeit beider Teams im Mittelpunkt. Es wurde früh klar, dass dieses Spiel über Kampf und Konsequenz entschieden werden würde. Nach einem ausgeglichenen Beginn konnte sich Wülfrath durch zwei Treffer von Jule Kürten erstmals etwas absetzen (5:3, 12.). Doch der Vorsprung hielt nicht lange – Rodgau glich wenig später zum 6:6 aus. Zur Pause führte die TBW knapp mit 10:9.
„In der ersten Halbzeit haben wir vieles richtig gemacht – wir standen kompakt und haben die richtigen Lösungen gefunden,“ so Büngeler. „Aber nach der Pause fehlte uns dann an einigen Stellen die Cleverness.“
Auch im zweiten Durchgang blieb die Begegnung eng. Der Gäste-Coach versuchte es zeitweise mit einer engen Deckung gegen Torjägerin Kürten, doch Johanna Neng fand mit starken Eins-gegen-Eins-Aktionen immer wieder Lücken. Erst in der Schlussviertelstunde kippte die Partie leicht zugunsten der Hessen (15:17, 46.). Zwar kämpfte sich Wülfrath durch schnelle Gegenstöße von Hölterhoff und Neng noch einmal auf 18:18 heran, doch die überragende Torhüterin der Gäste avancierte schließlich zur Matchwinnerin.
„In der entscheidenden Phase haben wir es nicht geschafft, die klaren Chancen zu nutzen. Rodgau hatte hinten eine starke Torfrau, die uns das Leben schwer gemacht hat,“ erklärte Büngeler. „Das macht so eine Niederlage natürlich besonders ärgerlich – weil wir dran waren.“
Als Neng kurz vor Schluss auf 20:21 verkürzte (57.), keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch eine aus Wülfrather Sicht unglückliche Schiedsrichterentscheidung leitete die Vorentscheidung ein: Statt eines möglichen Stürmerfouls bekam Rodgau den Freiwurf, nutzte die Gelegenheit clever.
„Das tut ziemlich weh, weil wir mit etwas mehr Cleverness und Abschlussstärke das Spiel hätten gewinnen können,“ resümierte Büngeler.