Die Drittliga-Handballerinnen des TB Wülfrath haben am vergangenen Wochenende mit einem 27:27 (14:10) im Heimspiel gegen den TV Aldekerk den Verbleib in der 3. Liga perfekt gemacht und das bereits fünf Spieltage vor Schluss. Zum zweiten Mal in Folge schaffte es die Mannschaft, die Liga zu halten – ein Novum in der Vereinsgeschichte.
„Der Punkt reicht, wir sind auch nächste Saison sicher in der 3. Liga“, freute sich Chefcoach Jörg Büngeler nach Spielende sichtlich erleichtert. „Bis zur letzten Saison hatte noch keine TBW-Mannschaft die Klasse zwei Jahre in Folge gehalten – das ist historisch für uns.“
Dabei sah es lange so aus, als könnten die Gastgeberinnen den Klassenerhalt mit einem Sieg perfekt machen. Zwar startete Aldekerk besser in die Partie und führte nach fünf Minuten mit 3:1, doch Wülfrath fing sich schnell. Torhüterin Melanie Schindowski parierte mehrfach stark, und in der 11. Minute brachte Jule Kürten ihre Mannschaft erstmals wieder in Führung (6:5).
Mit geduldig ausgespielten Angriffen und einer stabilen Defensive setzten sich die Gastgeberinnen bis zur 18. Minute auf 12:8 ab. Nele Wagener erhöhte kurz darauf auf 14:8 – der höchste Vorsprung des Abends. Zur Halbzeit stand es 14:10 für Wülfrath.
„In dieser Phase haben wir genau das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten: entschlossen verteidigt, im Angriff Ruhe bewahrt und unsere Chancen genutzt“, erläuterte Büngeler.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb der TBW tonangebend. Nach 42 Minuten führte das Team mit 22:16, und als Leonie Lambertz in der 47. Minute zum 24:19 traf, schien alles auf einen Heimsieg hinauszulaufen. Doch in der Schlussphase ließ Wülfrath zu viele hochkarätige Möglichkeiten liegen – darunter zwei Siebenmeter und zwei freie Würfe.
„Vielleicht war es am Ende auch eine Frage der Kräfte“, räumte Büngeler ein. „Uns haben mit Eva Legermann und Sina Meyer zwei wichtige Spielerinnen gefehlt, das hat die Belastung für alle deutlich erhöht.“
Aldekerk kämpfte sich Tor um Tor heran und glich in der 57. Minute zum 25:25 aus. Zwar legten Kirsten Buiting und Nadine Hölterhoff nochmals vor, doch in den letzten Sekunden gelang den Gästen der Ausgleich. Wülfrath war da bereits in Unterzahl und kam nicht mehr zum Abschluss.
„Natürlich hätten wir den Klassenerhalt lieber mit einem Sieg klargemacht, aber unterm Strich zählt das Ergebnis – und das ist heute positiv“, so Büngeler. „Die Mannschaft hat sich für eine starke Saison schon früh belohnt. Jetzt können wir die letzten vier Spiele mit Ruhe und Selbstvertrauen angehen.“
Rein rechnerisch kann der TB Wülfrath nicht mehr auf einen der letzten beiden Plätze abrutschen. Durch den gewonnenen direkten Vergleich mit Aldekerk bleibt der TBW vor dem Konkurrenten, und auch die SG Rodgau müsste unrealistischerweise noch alle fünf Spiele gewinnen, um vorbeizuziehen. Damit steht fest: Wülfrath spielt auch 2026/27 in der 3. Liga.