Die Damen des TB Wülfrath stehen am Sonntag vor einem richtungsweisenden Auswärtsspiel beim formstarken Thüringer HC II in der Sporthalle des Erfurter Sportgymnasiums. Beide Teams brauchen die Punkte im Kampf um den Klassenverbleib in der 3. Liga Frauen Staffel Mitte.
Der THC II hat sich nach schwachem Saisonstart mit nur einem Sieg aus den ersten elf Partien auf eine bemerkenswerte Serie gesetzt und zuletzt drei Siege in Folge eingefahren, was das Team auf Rang 9 geführt und ein kleines Polster von drei Punkten auf die Abstiegsränge geschaffen hat. „Erfurt schwimmt im Moment auf einer Erfolgswelle, die werden alles daransetzen, sich mit einem weiteren Sieg weiter von unten abzusetzen“, warnt TBW-Coach Jörg Büngeler.
Auch Wülfrath reist mit Rückenwind an: Der 24:22-Heimsieg gegen HC Leipzig II am vergangenen Wochenende hat wichtige Luft im Tabellenkeller verschafft, doch Entwarnung will der Trainer nicht geben. „Der Erfolg gegen Leipzig war wichtig und gut, aber sicher sind wir noch nicht“, stellt Büngeler klar.
Im Fokus der Wülfrather Defensive stehen zwei zentrale THC-Akteurinnen: Shootin-Star Kim Ott, eine der treffsichersten Spielerinnen der Liga, und Spielmacherin Dilayla Alarslan auf der Rückraummitte, die beide zum erweiterten Kader der Bundesligamannschaft gehören. „Wir müssen die Kreise von Kim Ott und Dilayla Alarslan so gut es geht einschränken, sonst wird es auswärts ganz schwer für uns“, betont Büngeler.
Der TBW setzt erneut stark auf seine Abwehrarbeit, die schon gegen Leipzig der Schlüssel zum Sieg war. Gleichzeitig sieht Büngeler in der Defensive des THC II durchaus Ansatzpunkte: Aldekerk hatte dem Erfurter Unterbau zuletzt 38 Treffer eingeschenkt. „Die Abwehr des THC ist verwundbar – das muss unserem Angriff entgegenkommen, schließlich stellen wir aktuell den fünftbesten Angriff der Liga“, erklärt der Wülfrather Trainer.
Die große Unbekannte vor dem Anwurf bleibt die Aufstellung des TBW. Unter der Woche war ein geregelter Trainingsbetrieb aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle kaum möglich, viele Einheiten fanden nur mit reduzierter Beteiligung statt. „Wir wissen ehrlich gesagt erst kurz vor dem Spiel, mit welchem Kader wir wirklich antreten können – wir hoffen auf möglichst wenige krankheitsbedingte Ausfälle“, beschreibt Büngeler die Situation.
Trotz der Unsicherheiten verweist der Coach auf die Mentalität seiner Mannschaft, die sich im Saisonverlauf mehrfach nach Rückschlägen zurückgekämpft hat. „Die Rahmenbedingungen sind nicht ideal, aber wir fahren nach Erfurt, um etwas mitzunehmen – wir wollen punkten“, gibt er die Marschroute aus.
In der engen Staffel Mitte kann jeder Punkt am Ende über Klassenerhalt oder Abstieg entscheiden. Für den THC II bietet sich die Chance, einen Schritt weg von der Abstiegszone zu machen, während Wülfrath mit einem Auswärtssieg einen direkten Konkurrenten weiter auf Abstand halten und selbst das Polster zum Tabellenkeller vergrößern würde. „Das wird ein Kampfspiel, bei dem Kleinigkeiten entscheiden – wir müssen von Beginn an voll da sein“, sagt Büngeler mit Blick auf die Partie.
Anwurf ist am Sonntag um 17:00 Uhr in der Sporthalle des Sportgymnasiums Erfurt, die Begegnung wird kostenpflichtig im Livestream auf sportdeutschland.tv (sporteurope.tv) übertragen.