Nach zuletzt vier Niederlagen wollen die Kalkstädterinnen im Kampf um den Klassenerhalt wieder punkten. In der heimischen MTC-Halle an der Fortunastrasse empfängt die Mannschaft von Cheftrainer Jörg Büngeler am kommenden Samstag die Zweitvertretung des HC Leipzig, Anwurf ist um 18:00 Uhr. Es ist das dritte Spiel der Rückrunde – das Hinspiel in Leipzig konnten die Wülfratherinnen mit 21:31 klar für sich entscheiden. Die Konstellation im Rückspiel ist aber mittlerweile eine andere, denn der Aufsteiger aus Sachsen hat sich nach Startschwierigkeiten in der Liga gefangen und die „rote Laterne“ inzwischen an Rodgau weitergereicht. Mit fünf Punkten aus den letzten vier Partien und dem jüngsten Sieg gegen Aldekerk im Rücken reisen die Leipzigerinnen mit viel Selbstvertrauen ins Bergische.
Büngeler warnt eindringlich vor der Qualität des Gegners und der besonderen Spielanlage der jungen Leipziger Mannschaft. „Wir dürfen eine junge Mannschaft erwarten, die individuell gut ausgebildet ist und zunehmend spielerische Akzente setzt“, sagt der TBW-Coach. Charakteristisch für den HC Leipzig II ist der mutige Auftritt im Angriff: Häufig stehen vier Rückraumspielerinnen gleichzeitig auf dem Feld, was Räume und viele Eins-gegen-eins-Situationen erzeugt. „Diese großen Räume müssen wir verteidigt bekommen“, betont Büngeler. Die Abwehr der Gäste agiert zudem sehr beweglich, schiebt aggressiv heraus und setzt den gegnerischen Angriff früh unter Druck, was Unkonzentriertheiten und technische Fehler bestrafen kann.
Genau hier setzt die Vorbereitung des TB Wülfrath in dieser Trainingswoche an. Büngeler und sein Team haben den Schwerpunkt klar auf die Abwehrarbeit gegen die besondere Leipziger Angriffsformation gelegt. „Durch die großen Abstände in der Defensive wird gegenseitige Hilfe nur schwer möglich, weshalb jede Spielerin im Eins-gegen-eins gefordert ist.“ Parallel dazu richtet der Coach den Blick auf die eigene Offensive: „Im Angriff müssen wir unsere Fehlerquote deutlich drücken, wenn wir erfolgreich sein wollen.“ Leichte Ballverluste oder unvorbereitete Abschlüsse würden Leipzig geradezu zum Tempospiel einladen, was Wülfrath unbedingt verhindern möchte.
Die Tabellenkonstellation unterstreicht die Bedeutung dieser Begegnung. „Wir haben noch vier Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang – eben den HC Leipzig“, ordnet Büngeler ein. „Mit zwei Punkten können wir einen direkten Konkurrenten auf Abstand halten und würden zusätzlich davon profitieren, dass wir den direkten Vergleich gewonnen hätten.“ Nach vier Niederlagen in Folge geht es für den TBW darum, wieder in die Spur zu finden und ein Ausrufezeichen im eigenen Wohnzimmer zu setzen. Die Mannschaft weiß, dass ein Heimsieg nicht nur den Abstand nach unten vergrößern, sondern auch neues Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben freisetzen würde.
Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Büngeler auch auf die Unterstützung von den Rängen. Die MTC-Halle soll am Samstag zum Faktor werden. „Wir wollen unbedingt zurück auf die Erfolgsspur“, sagt er. „Wir hoffen auf lautstarke Unterstützung von der Tribüne. Jede Person in der Halle kann uns den berühmten Tick mehr geben – und wer nicht kommen kann, hat im Livestream die Möglichkeit, uns trotzdem zu unterstützen.“ Die Partie wird kostenpflichtig im Stream übertragen, wobei Zuschauerinnen und Zuschauer verschiedene Bezahloptionen haben und den TB Wülfrath als begünstigten Verein auswählen können. Auf dem Feld aber zählt für den TBW vor allem eines: die Chance zu nutzen, gegen einen direkten Kontrahenten ein deutliches Zeichen im Abstiegskampf zu setzen.