Mit großem Einsatz und einer kämpferisch überzeugenden zweiten Halbzeit hat das Drittliga-Team der TB Wülfrath-Damen den Auftaktsieg ins neue Jahr hauchdünn verpasst. Beim Auswärtsspiel gegen die Bad Wildungen Vipers unterlag die Mannschaft von Trainer Jörg Büngeler nach packenden 60 Minuten mit 29:30 (15:19) und musste sich am Ende selbst an die eigene Nase fassen.
„Nach der langen Pause wollten wir mit einem Erfolg ins neue Jahr starten – sind aber knapp an uns selber gescheitert“, sagte Büngeler nach dem Schlusspfiff und brachte damit den Spielverlauf treffend auf den Punkt. Zwei verworfene Siebenmeter, einige ungenaue Pässe und gleich vier Aluminiumtreffer verhinderten einen Punktgewinn, der nach dem couragierten Auftritt in Halbzeit zwei durchaus möglich gewesen wäre.
Der Start verlief ideal: Eine stabile Abwehr und ein effektiver Angriff sorgten für eine frühe 2:0‑Führung. Doch schon nach wenigen Minuten zeigten die Gastgeberinnen ihre individuelle Klasse. Besonders Rückraumschützin Turid Bakke Hartløff war kaum zu stoppen, und auch die Anspiele auf Kreisläuferin Nele Weyh stellten die Wülfrather Defensive immer wieder vor Probleme. Weil die Vipers zudem ihre Siebenmeter sicher verwandelten, wuchs der Rückstand bis zur Pause auf 12:16 an.
„Wir haben in der Halbzeit ein paar Dinge umgestellt, und das hat zunächst gut funktioniert“, erklärte Büngeler. Tatsächlich verkürzten Nadine Hölterhoff und Leo Lambertz kurz nach Wiederanpfiff auf 14:16 – doch Wildungen antwortete eiskalt und setzte sich wieder auf fünf Tore ab.
Auch danach gaben die Gäste nicht auf. Angetrieben von der starken Jule Kürten kämpften sich die TBW‑Damen Tor um Tor heran, beim 23:24 in der 53. Minute war das Spiel wieder völlig offen. „Da war richtig Feuer drin, und die Mannschaft hat gezeigt, dass sie an sich glaubt“, lobte der Coach. Doch das Pech blieb den Wülfratherinnen treu: In der 56. Minute klatschte ein Wurf zum möglichen Ausgleich an den Pfosten. Kurz darauf besiegelten zwei Tempogegenstöße der Vipers die bittere 29:30‑Niederlage.
Trotz des enttäuschenden Ergebnisses blickt Büngeler zuversichtlich nach vorn: „Die Einstellung stimmte absolut. Wenn wir die Fehlerquote etwas senken, kommen auch die Punkte – egal gegen wen.“ Gelegenheit dazu bietet sich schon am kommenden Wochenende, wenn Spitzenreiter FC Köln in der MTC‑Arena gastiert.
Ein Lichtblick zum Schluss: Nele Wagener, Neuzugang von der TURA Bergkamen, gab ihr Debüt und wird künftig im Rückraumvariabel einsetzbar sein – eine willkommene Verstärkung im engen Spielplan des neuen Jahres.